Hohensaaten

Von der Moare jerääden

Manch einer ist am Oderufer nachts, wenn er im tiefen Schlaf lag, von der Moare jerääden worden.

Die Moare ist ein Nachtalp, der sich Schlafenden auf die Brust setzt und mit spitzen Fingern immer enger dessen Hals umkrallt.

Mit einem entsetzten Schrei und in Schweiß gebadet wacht man auf und das Gespenst ist weg. Am Oderufer zwischen Saathen und Nieder-Kränig (Kranik Dolny) wurde die Moare als altes Weib lange Zeit gesehen. Zu gar manchen ist sie gekommen, hat die Zähne gefle tscht und mit den knochigen Fingern gekrallt. Nacht für Nacht.

Zwei Fischer haben sie endlich vertrieben. Als sie abends an Land gingen, fanden sie die Moare im Ufergebüsch. Lange haben sie ihr zugesetzt. Plötzlich rief sie: Mudder ruapt ut Halberstadt: Lieschen kumm, und jiff de Schwiene watt. Damit verschwand sie un d ist nie mehr wiedergekommen.

a b o @ o d e r b e r g . i n f o
©1999-2010 Andreas Bonadt 

Webseitenzaehler

Spenden