Neuenhagen

Lebendig eingemauert

Der berüchtigte Ritter von Uchtenhagen, der sich gewöhnlich im schwarzen Loch unweit des Brunnens bei Freienwalde aufhielt, ließ sich, nachdem ihm der Kurfürst ein Stück Landes geschenkt, so groß, wie er es vom Morgen bis Abend umreiten würde, ein festes S chloß in Neuenhagen bauen und sagte dabei zu dem Baumeister, er solle es so gut bauen, als er nur immer könne, denn wenn er nicht das tue, so wolle er ihn lebendig einmauern lassen. Da hat der Baumeister auch alle seine Kunst angestrengt und ein herrliches Schloß zustande gebracht; als es nun fertig war, hat ihn Uchtenhagen gefragt, ob er's nicht hätte noch besser machen können, und dazu hat er halb im Scherz "ja!" gesagt; sogleich hat ihn Uchtenhagen greifen und einmauern lassen, und die Stelle wo das gesc hehen, zeigt man noch heutigen Tages.

Eingemauerter Knabe

Beim Bau des Schlosses Neuenhagen, das noch verhältnismäßig gut erhalten ist, wurde einst ein Kind bei lebendigem Leibe eingemauert.

Eine arme Zigeunerin, von einer Schar halbnackter, hungriger Kinder begleitet, kam gerade um die Zeit des Baues vorüber. Der Bauherr, ein hartherziger, böser Mann, kaufte ihr das hübscheste Kind, einen etwa sechsjährigen Knaben ab, und ließ ihn dann lebend ig einmauern. Das geschah, damit die Mauern ständen.

Das ermordete Kind soll noch oft in der Nacht um Neuenhagen herum erschienen, bitterlich weinend und die Händchen ringend.

Wem es erschien, den trifft meist irgend etwas Unangenehmes.

Weiße Frau vom kleinen Krebssee

Vom kleinen Krebssee auf der Insel Neuenhagen geht die Sage, daß sich dort am Johannistag um die Mittagszeit die weiße Frau zeige. Vor Jahren wanderte deshalb ein Besucher mit seinem Sohn zum See, setzte sich auf einen Hügel und wartete auf das seltsame Er eignis. Die Turmuhr von Neuenhagen schlug zwölf. Plötzlich rauscht es im nahen Rohr, und eine weiß gekleidete Gestalt tritt heraus. Wirklich die weiße Frau? Es war kein Spuk! Sommerlich gekleidet trat ein Angler aus dem Röhricht.

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©1999-2010 Andreas Bonadt 

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